LAIMBACH IM TAUNUS

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Wasserversorgung und Kanalisation

 

In früheren Zeiten war die Wasserversorgung der Bevölkerung durch Brunnen, die in oder nahe bei den Häusern angelegt waren, gesichert.

Die Laufbrunnenquelle (der Pfingstborn) existierte schon im 18. Jahrhundert. Das Wasser floß in Holz, später in Tonrohre gebettet, in einen Teich von 10 m Länge und 6,5 m Breite, der an der Stelle, wo heute das Haus Karch steht (Pfingstbornweg), zu finden war.

Im Jahr 1862 wurde ein gußeisener Brunnen aufgestellt, der in der Dorfmitte stand. Bei einer Dorfbesichtigung im Jahre 1903 wird festgestellt, "daß der Brunnen nicht von fremden Zuflüssen geschützt ist und bei Regen trübes Wasser zufließt... Die Wasserversorgung ist mangelhaft und nicht mehr zeitgemäß". Im Jahr 1912 wurde die Laufbrunnenquelle ausgebaut und der Brunnen durch eine Gußleitung ( Æ 60 mm ), die mit der Wasserleitung verlegt wurde, versorgt.

Im Jahre 1912 wurde die Verlegung einer Hochdruckwasserleitung für Laimbach in Angriff genommen. Die Arbeiten wurden in folgenden Zeitungen ausgeschrieben: Deutscher Submissions Anzeiger ( 14. Januar 1912 , Berlin ) - Zentralblatt der Bauverwaltung ( 17. Januar 1912 , Berlin ) - Weilbote ( 14. Januar 1912 , Weilmünster )

Die Angebote der 12 Anbieter lagen zwischen 17.934,29 Mark und 23.356,84 Mark. Die Fertigstellung der Quellfassung und der Wasserleitung sollte innerhalb von 9 Monaten geschehen. Bei Zeitüberschreitung waren für jeden Tag 10,- Mark in die Gemeindekasse zu zahlen. Für den Hochbehälter war die Fertigstellung auf 2 Monate nach Submission, mit den selben Bedingungen ausgeschrieben worden.

Am 11. Februar 1912 faßt die Gemeinde mit Bürgermeister Kolb und den Gemeindeverordneten Friedrich Kolb, Philipp Bernhardt, Friedrich Kurz, Friedrich Cromm, August Mück, Heinrich Stroh, Friedrich Mehl und Wilhelm Stroh den Beschluß über die Zuschlagserteilung für den Bau der Wasserleitung.

Mit 8 Stimmen wurde beschlossen, daß Georg Appel (Gießen) und Karl Philipp Söhngen (Weilmünster) auf ihre Angebote hin der Zuschlag erteilt wird. Mit gleicher Stimmenzahl wurde beschlossen, daß Hausbesitzer, die bis zum 1. März ihren Anschluß gemeldet haben, diesen auf Gemeindekosten bis zur Außenmauer gefertigt bekommen. Später angemeldete Anschlüsse wurden nur auf Kosten der Hauseigentümer ausgeführt.

Fuhr - und Arbeitsleute aus Laimbach sind an erster Stelle zu berücksichtigen, soweit sie so billig wie andere, prompt fahren und arbeiten.

 

 Hochbehälter 1912

Der Wasserstollen (137 m lang) war ein alter Bergwerksstollen (oberhalb des Hochbehälters im Bereich Betzenkammer). Ein 18 Meter tiefer Schacht ( 1,3 m x 1,3 m ) mußte verfüllt werden und es war notwendig, das alte Ausbauholz herauszureißen, da man den Stollen zum Teil fest betonieren mußte.

Für den Bau des Hochbehälters (am Pfingst-bornweg am Waldrand) mußte man 355,63 cbm Erde bewegen, davon 75 cbm geschlossene Felsmasse. Es wurden 145,24 cbm Stampfbeton mit 355,72 qm Zementputz ver-braucht. (Mischverhältnis : 1 Teil Zement, 2 Teile Sand).

Der Nutzinhalt des Hochbehälter ist 70 cbm. bei 12 atü Druck .

Man mußte insgesamt 1.210 Meter Gräben ausheben mit einer Tiefe von 1,25 m. Es wurden 955 m gußeiserne Muffenrohre ( Æ 80 mm ), 210 m gußeiserne Rohre (Æ 60 mm), 100 m gußeiserne Rohre ( Æ 100 mm ) verlegt und insgesamt 7 Oberflurhydranten gesetzt.

Für Hausanschlüsse wurden insgesamt 360 m Gräben ausgehoben, 307 m starkwandige, nahtlos galvanisierte Eisenrohre ( Æ 20 mm ) und 53 m Eisenrohre ( Æ 26 mm ) verlegt. Insgesamt wurden 43 Straßenabstellschieber gesetzt. In den Jahren 1935 und 1936 wurde in die alte Brunnenkammer des Laufbrunnens eine Pumpstation eingebaut, die den Hochbehälter versorgte. Die Kosten beliefen sich auf rund 5.500 Reichsmark.

Im Jahr 1959 wurden Wasseruhren eingebaut. Die Arbeiten wurden von der Firma Jung aus Weilmünster ausgeführt (Beschlußfassung mit 5 gegen 2 Stimmen).

Im Jahr 1960 wurde der Aussiedlerhof Lehwalder an die Laimbacher Wasserversorgung angeschlossen. Im Jahr 1970 erfolgte der Anschluß des Friedhofes und des Aussiedlerhofes Zuth an das Laimbacher Wassernetz.

Kanalisation

Bis zum Jahre 1959 gab es in Laimbach keine Kanalisation. Die Toiletten waren auf dem Hof, kleine Häuschen, die über der Puddelkaut (Jauchegrube) standen und in der Tür mit einem Herz versehen waren, durch das man nach draußen schauen konnte. Am 3. August 1958 beschloß die Gemeinde den gesamten Ortsbering zu kanalisieren. Am 20. Mai 1959 wurde durch die Firma Steinhauer / Weinbach die Bergstraße (heute Pfingstbornweg) kanalisiert. Mit der Einrichtung von Wassertoiletten in den Häusern war es notwendig eine Klärgrube (3,5 cbm) zu setzen, die wiederum mit dem Kanal verbunden wurde. Das Regenwasser der Dachrinnen wurde um die Klärgrube geleitet und an die Kanalisation angeschlossen. Am 3. August 1959 nahm die Gemeinde ein Darlehen von 22.000 DM auf um die Kanalisation weiter durchführen zu können. Die Kosten der Anschlüsse bis zur Eigentumsgrenze übernahm die Gemeinde. Die Ortssatzung (10.April 1960) sah 4 DM pro Person und Jahr als Abgabe vor. Ein Jahr später erhöhte sich die Abgabe auf 6,00 DM. Am 10. Oktober 1964 legte die Gemeindevertretung die Erschließungs- und Anliegerbeiträge auf 50% der Kosten fest. 1970 betrug die Kanalgebühr 12 DM pro Person und Jahr. In den folgenden Jahren wurde der komplette Ortsbereich kanalisiert.

Seit dem 20. April 1995 ist Laimbach an die Gemeindekläranlage in Weilmünster angeschlossen. Die Klärgruben wurden "kurzgeschlossen" und als Regenwasserzisterne benutzt oder sie wurden verfüllt. Für ein 1.000 m² großes Grundstück mußte ein Kläranlagenbeitrag von 2.304 DM gezahlt werden.

 

Stromversorgung