LAIMBACH IM TAUNUS

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Auszug aus der Kirchenchronik ab 1676

zusammengestellt von Uschi und Ulrich Finger

Im Jahre 1676 wird Herr Reimund Werlin, Besitzer des adeligen vorburgischen Guts, Bürger von Frankfurt, war mit seiner Ehefrau zu Laimbach im Quartier.

Später heißtes im Kirchenbuch, daß das ganze hiesige Kirchspiel faßt in sich Essershausen, Bermbach, Edelsberg und Laimbach, und hat 2 Kirchen in Essershausen und denn in Edelsberg, welche letztere aber wegen Baufälligkeit nun schon seit ca. 10 - 11 Jahren nicht mehr betreten wird, so daß nunmehr alle 4 Ortschaften sich in Essershausen versammeln - Essershausen hat eine Orgel so lange noch nicht angeschafft und jede Kirche ihren Kirchenfonds.

Zu Anfange des Jahres 1826 machten die Kolbe (Familie Kolb) zu Laimbach und Consorten zu Hirschhausen Ansprüche auf den Edelsberger Kirchenwald, und auf einen gewißen Kirchenacker, von dem jene alljährlich eine gewisse Pension zu entrichten haben. (Der hier vorkommende Wald ist übrigens früherhin, nach der Bemerkung auf einem älteren Inventar, der Kirche adjusticiert worden.) Obige Ansprüche machte erwähnte Familie schon einmal in alten Zeiten, wurden aber damals vom Consistorium in Weilburg abgewiesen, siehe das Geilersche Notitzenbuch in Folio pag. 51 - auch uralte Kirch-Rechnungen ca. de 1698 in 4. Nachdem auf Begehren der Kolbe - und auf ihrer von Herzoglicher Landesregierung gewordenen Gestattung ich ihnen aus den Pfarrliteralien die Excerpte über jene Grundstücke geliefert hatte, übergeben sie nun anno 1827 wirklich eine Vorstellung bei Herzoglicher Landes-Regierung, die darauf an den Kirchenvorstand kam - und von diesem wieder beantwortet wurde - Übrigens kann sie keine gültigen Ansprüche machen.

1827   Wirkliche Übergabe der Kolbischen Vorstellung

Leider! dauerte in diesem 1827er Jahr die Theilnahme einiger Einwohner zu Laimbach und Bermbach an den ums Jahr 1826 entstandenen pietistischen Versammlungen zu Braunfels noch fort, obwohl man auf alle Art hier zu steuern sucht auch von Seiten Herzoglichen Amtes zu Weilburg.

1828  Noch wird hier erwähnt die aus Achtung von mir besorgte Vorstellung des neuesten Schullehrers in Laimbach Müller, der an die Stelle des weiter berufenen Herrn Hardts kam - im Juli.

Den 20. Juni ertrank zu Ernsthausen im Mühlgraben beim Baden Friedrich Ludwig Dorn, der hier als Maurerlehrling schaffete. Die Beerdigung fand statt zu Laimbach, wo der Defurctus gebürtig war. Siehe Verzeichniß der Gestorbenen. Die höchstenLebensalter waren 69 Jahre, 72 und 77 im Bermbach, Laimbach und Edelsberg.

1829  Ruhe von Seiten der Kolbe.

1830  Dem Vernehmen nach soll immer noch heimlich einiges pietistisches Umgehen in Laimbach und Bermbach seyn, wenigstens den Sommer über.

1831  In diesem Jahre wurde für die Schulen (nur nicht für Laimbach) angeschafft das III. und II. Heft der Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 1830, für 3 Gulden 36 Kreuzer angeschafft.

Im August obigen Jahres wurde das Fundament zur neuen Edelsberger Kirche gegraben. Laimbach will, dem Vernehmen nach sich nicht an den Kosten beteiligen.

Wegen des zu legenden Grundsteins wurde - auf Begehren - Folgendes nach Edelsberg unterm 23. August Folgendes mittheilend abgesondert den 23. August:

Diese Kirche bestand schon vor der Reformation, welche unter hoher Begünstigung im Nassau Weilburgischen seit 1526 Eingang fand, und wurde von Klostergeistlichen aus dem, im Jahre 1489 zwar zufällig abgebrannten, hernach aber auf Veranstaltung der damaligen Gräfin von Nassau-Saarbrücken (Man fügt noch an: Nach anderen Nachrichten soll diese eine Colonia gewesen seyn) und zwar mit 5 Altären wieder aufgebauten, im folgenden Jahrhundert jedoch zerstörten Kloster Pfannenstiel (vom Minoritenorden - Weilburger große Glocke) versehen, scheint aber auch von Weilburg aus bedient worden zu seyn (Gräser ebendaher).

Ein neuer Aufbau an dieser Kirche wurde vorgenommen 1585, und in einiger Zeit darauf den Pfarrern von Essershausen selbige übertragen. 22 - 25 Pfarrer haben bis hierhin, in den evangelischen Zeiten an dieser Pfarrei (Kirchspiel) gestanden; 1636 ist durch Krieg, Theuerung und Pestilenz - wovon uns Gott in Gnaden bewahren wolle - 9 Jahre lang, wie in mehreren Orten, so auch hier kein Prediger gewesen (in der Parochie). Im Jahre 1722 wurde obige Kirche repariert in 7 Wochen, welches sich bei dem schon in 1718 gemachten Antrage wegen der Kosten nicht gleich ausführen ließ. Die Kosten betrugen 137 Gulden, 9 albus, 2 Dinar; einen Theil davon trugen die hierhin gehörigen Gemeinden (Edelsberg und Laimbach) aus ihren Mitteln (auch hatte der damalige Beamte Schönborn zu Weilburg 12 rheinische Gulden zugesagt - aus nicht aufgefundenen Gründen).

Es befinden sich hier 2 schöne Glocken, die eine vom Jahre 1616, die andere von 1426, letztere von gutem Metalle.

Bauaccestist Häuler von Weilburg leitet den Bau (in den 1780er Jahren war ein Bauinspector Skoll)

Beim Niederreißen der alten hat man einen gehauenen Stein gefunden vom Jahre 1585.

Den 6. oder 7. September haben bei dem neuen (dermaligen) Kirchenbau zu Edelsberg die Maurer (ca. 20) angefangen, den Fundamentgraben auszufüllen (mauern), 7 Schuh tief die Mauer sei.

Der Zimmermeister von Camberg.

Die Steine werden genommen theils von der alten Kirche, theils sonst wo gegraben in der Nähe.

Nachdem bereits schon die Mauer ziemlich über die Erde sich erhoben hatte, so wurde den 30. September der Grundstein gelegt, der in Vilmar war verfertigt worden. Der Zug mit dem Stein ging durchs ganze Ort oben an den Essershausersweg wieder hinein (von der Gegend der alten Kirche aus). Auf dem neuen Platze wurde von mir eine Rede gehalten und auch obige kurze Beschreibung vorgelesen, wie ich sie auch dorthin mitgetheilt hatte. (Die Parrenthesen oben in der Description habe ich beim Eintrage hierhin noch beigefügt).

Herr Kirchenrath Ammann von Weilburg setzte das dazu bestimmte Kästchen in den Grundstein mit vorhergegangenen Gebete. Gleich Anfangs der Feierlichkeit ergab sich, daß der Herr Schultheiß einen viel größeren Aufsatz (Anmerkung: aus dem meinigen) verfertigt hatte, den er dann auch auf Einladung noch verlas. Er war sehr lange, und, sonderbar genug, mein Aufsatz (Anmerkung: siehe ab 23. August - die meine, wie oben, wurde von mir bei der Rede vorgelesen) in lauter Fragmente gebracht, und dann gar vielerlei noch aufgesetzt, von Krieg, von Krankheit, von diesem und jenen - von den Polen – usw.

Somit scheint es nun, ist der von mir im Zusammenhange gefertigte Aufsatz nicht in den Stein gekommen, sondern der letztere.

Es haben auch die Edelsberger das Bauwesen für sich allein unternommen.

1832  Juli. In dieser Woche - d.h. von Montag, dem 2. an, wurde das Aufschlagen der Edelsberger Kirche vollendet, und an dem erst genannten Tage die Glocken auf den neuen Thurm gebracht - die meisten Handwerker auswärtige.

1834  Nach Bestimmung hoher Landes-Regierung hatten die Geistlichen des Herzogthums zu medicinisch-statistischen Zwecken weitläufige tabellarische Übersichten über die von 1818 - 1843 in den einzelnen Orten ihres Kirchspiels Geborenen, Gestorbenen und besonders noch der Todtgeborenen und der bis zum 7. Lebensjahr Gestorbenen anzufertigen.

  Copul.

Geborene

Gestorbene
   

ehl

unehl

Su

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13 - 25

26 - 50

51 - 75

75 ff

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1825

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Bemerkungen. unter den 4 eine Todtgebuhrt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1827

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  Bemerkungen. Weiter 1 Mannsleut von 16 - 17 Jahren auswärts verstorben; unter den Gebohrenen 1 Paar Zwillinge Söhne

1830

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1855  Zu den hiesigen Confirmanden kamen noch 7 Mädchen aus Philippstein, welche auch hier confirmiert wurden 27. Mai 1855!

Es wurde von dem Kirchenvorstande von Essershausen beschlossen, den 3 hiesigen und dem 1 Bermbacher Confirmanden zum Andenken an ihre Confirmation ein Gesangbuch zu geben, und überhaupt in Zukunft jedem Confirmanden von Essershausen und Bermbach ein solches zu schenken. Der Edelsberger Kirchenvorstand beschloß für 2 arme Kinder von Edelsberg und für 2 von Laimbach Gesangbücher anzuschaffen. Die Confirmanden Heser und Stroh aus Edelsberg und Lenz und Weber von Laimbach waren dieselben.

1858  Am 14. October starb Kirchenvorsteher Lehwalder zu Laimbach.

1868  Lehrer Herrchen von Laimbach wurde den 1. März nach Erdbach, Amte Herborn versetzt, an seine Stelle kam Lehrer Schuster von der Audenschmiede.

Der Kirchenvorsteher Nickel in Laimbach starb im März. An seine Stelle kam Heinrich Lehwalder und wurde am 1. Pfingsttag Nachmittag in der Kirche zu Edelsberg in seinen Dienst eingeführt.

Lehrer Schuster wurde von Laimbach nach Battenberg versetzt; an seine Stelle kam August Schmidt, gebürtig von Herbornseelbach, ein zwar noch sehr jugendlicher, aber schon verheiratheter Mann, der durch Freundlichkeit gegen Eltern und Kinder, lebhaftes Wesen die Herzen in Laimbach rasch gewonnen, während Lehrer Schuster sie sich durch das Gegentheil entfremdete.

1870  Zum Deutsch-Französischen Krieg wird ausgeführt:

Wie schon 1866 bemerkt ist, so muß es auch hier wiederholt werden, daß eine Pfarrchronik kein Buch für politische oder geschäftliche Betrachtungen ist. Es war an einem Samstag Nachmittag, den 17. Juli, daß die Kriegserklärung hier ankam. Die Magd kam ins Pfarrhaus mit der Botschaft: "an unseren Säustall haben die Franzosen den Krieg erklärt", - da war nämlich die telegraphische Depesche angeschlagen. Am Sonntag darauf das Evangelium: "fürchte dich nicht, von nun an sollst du Menschen fangen." Welch eine Weissagung der nun bald folgenden Erlebnisse!

Am 24. Juli besuchte Schreiber dieses noch einmal die Soldaten aus dem Kirchspiel in der Kaserne zu Weilburg und gab jedem ein Valet: es wurde ihnen in der Kaserne auch der 46. Psalm vorgelesen als "Helm, Schild und Schwert" gegen den Feind, auch Psalm 27, 91 und 146 zum fleißigen Lesen empfohlen.

Aus Laimbach waren nur 2 mit: Friedrich Bettner und Staudt, bei den Dragonern.

1872  Nach den Aufregungen der vergangenen beiden Jahre trat in den Gemeinden - wie gewöhnlich - eine Art Abspannung ein: der Kirchenbesuch, der im Sommer 1870, auch im Winter von 70/71 bis zum Friedensschluß besser gewesen war, als zuvor, wurde wieder schläfrig. Die vis enertiae oder das Gefühl der Sicherheit machte sich wieder geltend. Die Wochenbetstunden hatten schon im Winter ihr Ende erreicht. Eifer für Mission will sich immer noch nicht zeigen. Man läßt sich genügen an dem nun mehr vorhandenen "Deutschen Reich". Doch kann erwähnt werden, daß die Confirmanden dieses Jahres sich dazu willig finden lassen, jeden Sonntag Nachmittag eine kleine Collecte für die Rheinische Mission zu erheben. Es sind dazu von Barmen sogenannte Collectenbücher gekauft worden, und in Edelsberg sind im Juni 1 Thaler, 5 Silbergulden, 6 Pfennige eingegangen, in Bermbach 1 Thaler, in Laimbach und hier weniger.

Lehrgehilfe Dorn von Gräveneck - zuletzt in Bermbach - starb den 29. Juni bei seinen Eltern, nachdem er kaum ¾ Jahre in Bermbach den Dienst versehen hatte - an der Auszehrung. Er war ein fleißiger und strebsamer junger Mann. Die Schule wird jetzt von Laimbach mit versehen.

1873  Als ich tags nach meiner Einführung den Confirmandenunterricht beginnen wollte, stellte sich der Mangel eines geeigneten Lokals zur Abhaltung dieses Unterrichts heraus. Man verwies mich auf den sogenannten "Confirmandenbau", einen zimmerähnlichen Raum über einem der Holzställe des Pfarrhauses, der zur Confirmandenstube ausdrücklich bestimmt sei. Ich fand das betreffende Gemach, das des Ofens, der Bänke, eines erdenklichen Anstrichs der Würde und noch mehrerer anderer notwendiger Erfordernisse entbehrte, für durchaus ungeeignet zum kürzeren und längeren Aufenthalte von Kindern und bat daher den Gemeinderath, die Benutzung des hiesigen Schulzimmers für den Confirmandenunterricht, als des dazu geeigneten Lokals gestatten zu wollen; da darselbe davon nichts wissen wollte, weil, wie er in seinem abschläglichen Bescheide motivierte, die Gemeinden Edelsberg, Bermbach und Laimbach das Mittragen der Last des von der Gemeinde Essershausen allein geliefert werdenden Pfarrbesoldungsholzes abgelehnt hätten, mithin noch durch deren Kinder das hiesige Schullokal nicht abgenutzt werden dürfe, sah ich mich genöthigt, die Confirmandenstunde in der Kirche abzuhalten, was die damals schon ziemlich milde Frühlingswitterung gestattete.

Zu Almosenpflegern wurden für die Kirchengemeinde Essershausen - Bermbach der Kirchenvorsteher Heinrich Clees dahier, für Edelsberg - Laimbach der Kirchengerichtsvertreter Friedrich Ernst in Edelsberg bestellt. Möge auf dem in seinem Namen begonnenen Werke Gottes reichster Segen ruhen!

Nicht unerwähnt lassen darf ich an dieser Stelle die mehr als traurigen Erfahrungen, die ich, außer mit dem vorhin erwähnten, noch mit einem anderen Lehrer des Kirchspiels machen mußte und die an dem am 11. Juli 1886 dahier in Essershausen gefeierten Dekanats-Gustav-Adolfs-Feste ihren Anfang nahm. Das Fest, welches einen sehr schönen Verlauf nahm, sollte durch den Lehrer Eichhorn aus Laimbach einen Mißton erhalten, der sich zwar nicht allen Festtheilnehmern bemerklich machte, der jedoch bei denen, welche davon berührt wurden, einen höchst widerwärtigen Eindruck hinterließ.

Auf dem Festplatze nämlich, wo sämmtliche Lehrer der Umgegend, um einen Tisch gruppiert, rings umgeben von den Festtheilnehmern, zusammensaßen, nahm es sich der Herr Eichhorn heraus, in höchst unanständiger Weise mit lauten Worten, die von Jedermann gehört werden konnten, zunächst den Festprediger (Pfr. Reinewald von Weilmünster) und dessen Festpredigt, sowie der Reihe nach sämmtliche, auf dem Festplatze anwesende Geistliche des Dekanats durchzuhecheln.

Dieses Vorkommniß, welches nur ein Glied in der Kette von Ungezogenheiten und Ungebührlichkeiten aller Art war, die ich in der Folge persönlich von diesem Lehrer, freilich nicht ungeahndet von der Behörde, zu erdulden hatte, zeigt nur zu deutlich, daß unserer jüngeren, fast ausnahmslos an geistigem Hochmuthe krankenden Lehrer-Generation (besagter Eichhorn gibt sich für einen Darwinierer aus) immer mehr diejenige geistliche Gesinnung abhanden kommt, welche dieselbe in besseren Zeiten befähigte, eine Stütze des Pfarrers in der Gemeinde zu werden, ja, daß es manche dieser Herrchen geradezu als ihre Aufgabe zu betrachten scheinen, die Gemeinde zu verstören und sie dem Pfarrer zu entfremden.

1891  Oster- und Pfingstfest feierten wir dieses Jahr im Schnee; die Confirmanden von Bermbach und Laimbach mußten am Pfingstfeste beim Gang zur Confirmationsfeier sich tüchtig durch reichlichen Schnee hindurch arbeiten.

1892  Am 25. April wurde an Stelle des seitherigen Lehrers Spies Lehrer Jung in Laimbach eingeführt.

1899  An Stelle des Lehrers Jung in Laimbach, welcher nach bestandener Prüfung für Mittelschulen nach Idstein versetzt wurde, und dort als bald auch seine Rektoratsprüfung ablegte, eines ausgezeichneten Lehrers und frommen Christen, trat Lehrer Mergenthal; dem scheidenden Lehrer Jung folgte in seltenen Maaße die Liebe und Dankbarkeit der Gemeinde Laimbach.

1900  An Stelle des aus dem nassauischen Schuldienst ausscheidenden Lehrers Mergenthal zu Laimbach trat Lehrer Werner, bisher in Oberroßbach (Westerwald).

1901  Es starb der alte Kirchenvorsteher, Bürgermeister Kolb zu Laimbach; in beiden Aemtern folgte sein Sohn ihm als Nachfolger.

1902  Am 4. December trat in Laimbach die Katholische M. E. Ziegler aus Württemberg nach vorausgegangenem Unterricht zur evangelischen Kirche über, wobei sie sich mit dem C. L. Schmidt dortselbst verheirathete.

1906  Dem am 2. April von Laimbach scheidenden Lehrer Werner folgte am 15. October der Lehrer Huth.

1907  Am 11. October goldene Hochzeit des Kirchenvorstehers Mück in Laimbach verbunden mit seinem 25jährigen Jubiläum als Kirchenvorsteher; bei der Kirchlichen Feier in der Schule wurde die vom Kaiserpaar gestiftete 50jährige Ehejubiläumsmedaille überreicht nebst einer Gratulationsadresse des Kirchenvorstandes.

1908  26. April Einführung des Kirchenvorstehers Mück, des Nachfolgers für seinen bald nach der goldenen Hochzeit gestorbenen Bruders

Am 25. März ist Lehrer Huth von Laimbach nach seiner neuen Stelle abgezogen; sein Nachfolger Lehrer Küchler am 31. März eingeführt.

28. und 29. Januar Missionsgottesdienste durch Missionar Hippenstiel (Nias) in Laimbach und Bermbach.

1912  Dem zum Militaer-Dienst eingezogenen Lehrer Berg folgte in Laimbach am 17. October der Lehrer Arnold; die auf einen anderen Bewerber gefallene Wahl des Schulvorstandes blieb von der Königlichen Regierung unberücksichtigt "wegen der Notwendigkeit, den Gewählten anderweitig zu verwenden".

1917  Am 9. Mai Beerdigung des Lehrers Geismar in Bermbach; er war als Kriegsteilnehmer in Frankreich gefallen, und wurde seine Leiche auf Antrag seiner jungen Witwe nach Bermbach überführt, wo sie unter allgemeiner Teilnahme der Gemeinde und der Lehrerschaft zu Grabe gebracht ward. Seine Stelle wurde anfänglich durch den Schulamtsbewerber Kolb, Sohn des Bürgermeister Kolb in Laimbach, versehen, welcher am 16. September als definitiver, von der Gemeinde gewählter Nachfolger Geismar´s in sein Amt in Bermbach eingeführt wurde.

1935  Zum 1. April 1935 wurde ich, Erich Bergfeldt, von der Kirchenbehörde in Darmstadt (Evangelische Landeskirche Nassau - Hessen) mit der Verwaltung der Pfarrei Essershausen - Edelsberg beauftragt.

Auch verstärkte ich die Frauenhilfsarbeit in allen 4 Gemeinden. Die beiden schon bestehenden Frauenhilfen in Essershausen und Edelsberg wurden in kurzer Zeit auf das Doppelte an Mitgliedern vergrössert. Dem Ansinnen der Frauen in Laimbach und Bermbach, auch zusammenzukommen, gab ich gerne Gehör und richtete in beiden Orten für die Winterzeit (im Sommer nach Vereinbarung) eine "freie Zusammenkunft der Gemeindefrauen" ein, die alle 14 Tage stattfindet in Bermbach in der neuen Schule, in Laimbach in dem Gasthaus Staudt (unentgeltlich). Alle 14 Tage wechseln sich Pfarrer und Lehrer bzw. Lehrersfrau in diesen Orten in der Abhaltung der Frauennachmittage ab (Lehrer Kolb in Bermbach, Frau Lehrer Koch in Laimbach).

1936  Nach den grossen Sommerferien: Einweihung der neuen Schule in Laimbach.

1938  In Laimbach wurde für die Zusammenkunft der Frauen von Herrn Bürgermeister und Kirchenvorsteher Löw das Gemeinderatszimmer zur Verfügung gestellt, und zwar kostenlos.

1953  Die Besetzung der Lehrerstellen im Kirchspiel war bei meiner Rückkehr:

in Essershausen Lehrer Bautz

in Edelsberg Lehrer Albert Binder und Lang

in Bermbach Lehrer Schuster

in Laimbach Lehrer Koch,

der als einziger nochaus der Zeit vor dem Kriege da war, und auch erst aus Gefangenschaft zurückkam.

Keiner der Lehrer in den beiden Kirchdörfern kann die Orgel spielen.

In Edelsberg musste man auf einen Insassen des Weilmünsterer Kurhauses zurückgreifen, der leicht geisteskrank ist.

1955  Am 3. und 10. Juli fanden die Neuwahlen für die kirchlichen Körperschaften statt.

In Edelsberg: in den Kirchenvorstand: Heinrich Klein, Heinrich Bäthis, Heinrich Zimmermann (Edelsberg); Moritz Schliffer (Laimbach)

Kirchengemeindevertretung: Wilhelm Stahl, Adolf Peuser, Heinrich Schröder (Edelsberg), Karl Eckhardt (Laimbach)

1956  Das Jahresende brachte noch die neuen Wahlen für die Gemeindevertretungen und die damit verbundenen Neuwahlen der Bürgermeister mit sich. In Edelsberg blieb der Herr Wilhelm Stahl Bürgermeister, der zugleich auch Kirchenvorsteher ist, in Bermbach blieb ebenfalls Herr Emil Grün (auch Mitglied der Kirchengemeindevertretung); in Essershausen schied Herr Adolf Ludwig aus, da er mit seiner Familie im Sommer 57 nach Löhnberg "umsiedelt"; dafür trat Herr Anstreichermeister Arnold Müller an seine Stelle; in Laimbach wurde Herr Wilhelm Lang gewählt, nachdem hier als einzigem Ort im Oberlahnkreis eine zweite Gesamtwahl notwendig war.

1957  Durch einen Beschluss der vereinigten kirchlichen Körperschaften Essershausen - Bermbach am 23. Juni 1957 und Edelsberg - Laimbach am 30. Juni 1957 wurde die im März 1957 auf der Synode in Mainz beschlossene Ordnung des kirchlichen Lebens der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Teil I "Von der heiligen Taufe" als verbindlich anerkannt, wonach ab sofort nur noch die Taufen "inmitten der zu einem Gottesdienst versammelten Gemeinde" vollzogen werden sollen (Kirchentaufen). Haustaufen sind auf begründete Ausnahme- und Notfälle zu beschränken. Erfreulicherweise kann gesagt werden, dass sich die Gemeinden dieser Ordnung gebeugt haben, wenn auch hier oder da einige Bedenken vorgebracht worden sind.

1959  Am 19. Mai machten die Frauenhilfen Essershausen und Edelsberg zusammen mit den Frauen von Bermbach und Laimbach ihren traditionellen Omnibusausflug mit dem Ziel Nistertalsperre - Tropfsteinhöhle bei Attendorn - Herborn - Kirche Greifenstein.

1960  Die Herbstsammlung der Inneren Mission wurde in Bermbach durch den Pfarrer durchgeführt mit dem Ergebnis von 77,50 DM. Desgleichen geschah dies mit der Frühjahrssammlung 1961 in Laimbach: Ergebnis 109,35 DM. Damit kam der Pfarrer einmal in alle Häuser.

1961  Die Verkehrsunfallserie (siehe 1960) wurde fortgesetzt durch den Strassentod der ledigen Lisette Bender aus Laimbach am 18. April, die beim Aussteigen aus dem Omnibus nach Heimkehr von der Arbeit auf der Strasse Weilburg - Usingen von einem Personenwagen angefahren wurde, 33 Jahre alt.

Am 7. und 14. Mai wurden die alle 6 Jahre erforderlichen Neuwahlen der kirchlichen Körperschaften in einem Wahlgottesdienst durchgeführt.

Aus Laimbach wurden gewählt:  Herr Karl Eckhardt mit 65 Stimmen und Herr Moritz Schliffer mit 49 Stimmen

Am 2. und 12. Dezember hatten wir in Laimbach, Essershausen und Edelsberg einen "Bethel-Vortrag" mit Lichtbildern mit dem Thema "Fürchte dich nicht!". Die Abende waren gut besucht.

1962  Über eine Gemeindediskussion in Laimbach in Sachen Kinderspielplatz gibt die beigeheftete Zeitungsnotiz Auskunft.

1964  Vom 25. bis 27. Juli beging die Freiwillige Feuerwehr Laimbach ihr 30jähriges Jubiläumsfest. Am Sonntagmorgen um 9 Uhr hielt der Ortspfarrer einen Festgottesdienst im Gemeindehaus, der sehr gut besucht war. Die Predigt stand unter dem Wort aus Jesaja 43, Vers 2 und Johannes 15, Vers 13.

1965  Am 2. Januar wurde das älteste Gemeindeglied des Kirchspiels Herr Otto Cromm I. in Laimbach 92 Jahre alt in körperlich und geistiger bester Verfassung.

1967  Im Mai wechselte das Bürgermeisteramt in Laimbach von dem aus gesundheitlichen Gründen zurücktretenden Wilhelm Lang (72 Jahre alt) auf Herrn Erwin Rosenauer (45 Jahre alt).

Im Zuge der "Dorfverschönerung" hat die Gemeinde Edelsberg im Oberlahnkreis einen 1. Preis errungen. Die Überreichung der Urkunde dazu wurde mit einer Altenfeier verbunden, die nunmehr in jedem Jahr gehalten werden soll. Auch in Bermbach und Laimbach sind jetzt solche "Altenabende" eingeführt.

1968  Am 16. Juli wurde in Laimbach Herr Lehrer Wilhelm Koch aus dem Schuldienst entlassen wegen Erreichung der Altersgrenze. In der Volksschule wurde eine schlichte Entlassungsfeier durch Herrn Schulrat Eschholz - Weilburg gehalten, wobei auch der Ortspfarrer dem scheidenden Religionslehrer für seinen treuen Dienst seit 1934 dankte, auch dafür, dass er mit einen Frauenchor bei den Beerdigungen leitete. Im Dezember 1967 wurde er schon für seine 40jährige Tätigkeit im Schuldienst geehrt.

Mit dem Scheiden des Lehrers Koch hat auch zugleich das Bestehen der Volksschule aufgehört, da sie auch zu den "Zwergschulen" gehört. Mit Beginn des neuen Schuljahres am 4. September gehen die Laimbacher Schulkinder in die Volksschule nach Weilmünster, in die sie mit dem Omnibus gefahren werden.

1971  Nachdem Edelsberg 1964 und Bermbach 1969 eine Friedshofshalle geschaffen hatte, ist in diesem Jahre am 21. November 1971 (Totensonntag) in Laimbach die neue Friedhofshalle eingeweiht worden, zugleich mit der Errichtung der Gedenktafel für die Gefallenen der beiden Weltkriege, wobei die Geistlichen beider Konfessionen mitwirkten: der Ortspfarrer Bergfeldt hielt die Ansprache über 2. Samuel 24, Vers 14, und der katholische Pfarrer Kubek aus Weilmünster sprach das Gebet.

Im Zuge der Zusammenlegung mehrerer Gemeinden zu einer Grossgemeinde wurde Bermbach ein Ortsteil von Weilburg und Laimbach ein Ortsteil von Weilmünster. Ab 1. Januar 1972 ist Essershausen ebenfalls ein Ortsteil von Weilmünster geworden. Damit ist das Standesamt Essershausen von Weilmünster übernommen worden.

1972  Im letzten Jahre meiner Dienstzeit ist es wohl einmal interessant, etwas über die Statistik der Gemeindeglieder über 70 Jahre im Vergleich von 1935 (als die Altenbesuche begonnen wurden) und 1972 zu berichten, zugleich als Feststellung, wie die Lebenserwartung des Menschen in den letzten rund 50 Jahren gestiegen ist.

1935 waren im gesamten Kirchspiel 23 Alte von 70 und älter, während es in diesem Jahre 127 sind. Aufgeschlüsselt wie folgt:

in Essershausen  -   9 von 70 - 79 und 3 von 80 und älter = 12

in Bermbach  -  20 von 70 - 79 und 3 von über 80 = 23

in Edelsberg   -  48 von 70 - 79 und 9 von 80 und älter = 57

in Laimbach   -   31 von 70 - 79 und 4 von 80 und höher = 35

In Laimbach ist auch das älteste Gemeindeglied, Herr Otto Cromm I., der am 2.1.1973 100 Jahre alt wird.

1973 - 1974  Zu Beginn des Jahres 1973 ist eine seltene Begebenheit im Kirchspiel zu verzeichnen: der 100. Geburtstag des ältesten Gemeindegliedes, Otto Cromm I in Laimbach am 2. Januar. Am 15. Februar war dann sein Todestag.

 

Von Juli 1976 bis Sommer 1988 wurde die Pfarrstelle von Pfarrer Joachim Schwarzbeck wahrgenommen. Seit Januar 1989 ist Pfarrer Ulrich Finger für die Kirchengemeinde Edelsberg - Laimbach und Essershausen – Bermbach zuständig.

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