LAIMBACH IM TAUNUS

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Laimbach ein Dorf im Hintertaunus

überarbeitet von Ernst Schäfer nach einer Vorlage von Friedrich Jung

Möglicherweise gab es in dem kleinen Seitental der Weil schon in frühester Zeit menschliche Ansiedlungen. Hügelgräber, die an der Frankfurter Straße (B 456) zwischen Laimbach und Bermbach gefunden wurden, deuten auf die Hügelgräberbronzezeit (1500 - 1250 v. Chr.) hin. Zu dieser Nordgruppe von Gräbern zwischen Dietenhausen und Heckholzhausen gehören auch 10 Hügelgräber, die im Bereich Grauenstein bei Laimbach gefunden wurden.

Das Gebiet von Laimbach gehörte einst zum Oberlahngau und zwar zu seinem südwestlichen Zipfel. Die Grafen des Oberlahngaues waren im frühen 10. Jahrhundert die Konradiner, die das Gebiet der mittleren Lahn von ihren Burgen zu Limburg (das zum Niederlahngau gehörte) und Weilburg beherrschten. König Konrad gründete vor 912 neben seiner Burg in Weilburg, das Stift Walpurgis (katholisch), begüterte es reich und schuf damit die spätere Herrschaft in Weilburg.

Ende des 10. Jahrhunderts wurde die Grafschaft an der mittleren Lahn als Königsgut eingezogen, durch eine Reihe von Schenkungen 993 - 1062 kam der Besitz um Weilburg in den Besitz der Bischöfe von Worms.

Bereits 1128 waren die Grafen von Laurenburg, Vögte der Wormser Grundherrschaft um Weilburg, die sich seit Mitte des 12. Jahrhunderts Grafenvon Nassau nannten.

Im Jahre 1284 kaufte Nassau - Weilburg vom Bistum Worms alle zu Weilburg gehörenden Besitzungen (außer Zehnt und Patronatsrechten). Ende des Mittelalters besaß Nassau - Weilburg südlich der Lahn, beiderseits der unteren Weil einen fast geschlossenen Bezirk um Weilburg und Weilmünster.

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Laimbach finden wir auf einer Schenkungsurkunde vom 25. März 1299.

Urkunde von 1299

Die Übersetzung der Urkunde lautet :

Irmgard, Ww. des Heinrich Steyncop, vermacht zu ihrem Seelenheil dem Siechenhaus der Nonnen (ad infirmariam dominarum ) zu Dirstein ihre Güter zu Dedinsburg, der jl. 4 S. 6 Hühner 1 Fastnachtshuhn ( pullumcarnisprivialem ) und 1 Fuder Heu Zinsen. Davon soll ihr Jahrgedächtnis begangen werden. Hec facta sunt 1299, in annunciacone beate Marie virginisvor Wifrid, Dietrich von Leynbach, Dietrich von Stochem, Heinrich von Nassauund vielen anderen. - Sg. der Ausstn. Und ihres Bruders Udo.

Das linke Siegel zeigt das Brustbild einer Heiligen die Umschreibung weistauf IRMEG(AR)D DE hin. Das dreieckige Siegel zeigt oben einen fünfläzigen Turnierkragen, die Umschreibung lautet S(IGILLVM) I`DONISDE VELME ( R )E

Nach den Aufzeichnungen bei Karl Hermann May gehörte Dietrich von Leynbach einer niederadligen Familie an, die sich nach dem Ort Laimbach nannte. Die Familie, offenbar ein Zweig der Klüppel von Elkerhausen, ist in späterer Zeit vielfach belegt.

Wie eine Überprüfung durch das Hessische Staatsarchiv ergab, ist der Beleg von 1299 - (es handelt sich um die obige Schenkungsurkunde - bei der Theodericus de Leynbach als Zeuge zugegen war), der tatsächlich älteste bekannte urkundliche Nachweis von Laimbach. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der Ort Laimbach jedoch um das Jahr 1200 entstanden.

Laimbach ist im Gegensatz zu anderen umliegenden Gemeinden sehr spät entstanden. So ist zum Beispiel Bermbach vor 820, Altenkirchen und Möttau vor 800 erstmals erwähnt. Durch die topographische Lage bedingt ist dies auch verständlich, zumal abseits der Heerstraßen sumpfiger Urwald zu finden war. Nachdem die Franken den Hintertaunus um 1000 neu besiedelten sind viele Gemeinden, so auch Laimbach, gegründet worden.

Sein Name ist wohl vom althochdeutschen "leimo", "Lehm" herzuleiten und als Dorf am Lehmbach zu interpretieren.

Schon früh haben Adel und Kirche die Vorzüge und den Reichtum Laimbachs entdeckt. Sie haben es verstanden, bedingt durch die politischen Verhältnisse, große Teile Laimbachs in ihren Besitz zu bringen. Durch 4 Jahrhunderte zeigen Urkunden und Dokumente, die heute noch in Archiven eingesehen werden können, den immer wiederkehrenden Besitzwechsel.Die ursprünglich erste Urkunde, die von der Existenz des Ortes Laimbach berichtet, galt lange in Laimbach als älteste bekannte Urkunde und ist auf das Jahr 1344 datiert.

Urkunde von 1344

Die Übersetzung der Urkunde vom 15.Februar1344 lautet :

Otto von Freiendiez Ritter und seine Hausfrau Greta bekennen, dasssiedem Abt Wilhelm und dem Kloster Arnstein verkauft haben ihr Gut GrossenFrenzdeund zu Leymbach in den zwei Bifangen mit dem Stadelhof und der Mühlezu Leymbach, ausgenommen den Weiher und die Wiese auf der Au um 300 Markweniger10 M. drei Heller für den Pfennig gerechnet, Limburger Währung.


Auf der Au ist ein alter Flurname im Feld Richtung Ernsthausen und bezeichnet heute eine Straße in Laimbach

Im Herbst 1352 verkauften die Eheleute Dyde Hund, Burgmann zu Weilburg, den Eheleuten Kunz Metzeler zu Weilburg ihre Besitzungen in Laimbach.

Eine weitere Urkunde, die wir ebenfalls im Hessischen Staatsarchiv in Wiesbaden finden, berichtet, daß Gerhard von Usselbach und seine Frau Lise mit Erlaubnis ihres Sohnes Kraft von Essershausen und dessen Ehefrau Elise, dem Scholarenmeister von Weilburg Udo von Mengerskirchen "Gefälle" (Steuern) aus Laimbach verkaufte.

Das Kloster Worms war im 14. und 15. Jahrhundert Besitzer vieler Bauerngüter im Weiltal. So wird 1466 Konrad von Essershausen und dessen Sohn Wiegand mit Äckern aus Laimbach durch das Kloster Worms belohnt.

Am 1. Mai 1461 wurde die Brüderschaft (Kloster) - Pilgerstätte Pfannenstiel (katholisch) erstmals urkundlich erwähnt.

Das Fürstlich-Wiedische-Archiv besitzt eine Urkunde aus dem Jahre 1473. Diese berichtet, daß die Familie Brendel von Homburg aus Gräveneck, eine im Oberlahnkreis und dem Westerwald begüterte adelige Familie, der Bruderschaft Pfannstiel, bei Weilburg, Äcker in Laimbach schenkte. Im Jahre 1491 verkaufen die Witwe Else Kurmel und ihre Kinder dem Stift zu Weilburg eine Rente.

Eine Urkunde vom 1. Januar 1491 sagt aus, daß zur Pfarrei Edelsberg die kleine Siedlung Laimbach gehört. Bis 1492 gehörte Laimbach zum Kirchspiel Edelsberg. Nach dieser Zeit zum Kirchspiel Essershausen, später wieder zu Edelsberg.

Im Sendregister des "Archpresbyterats" in Wetzlar, wurde 1511 Edelsberg und Laimbach erwähnt. Das Sendgericht war ein geistliches Sittengericht das in den Pfarreien über Zucht und Sitte wachte.

Mit dem Beginn der Reformation - um 1523 begann in unserer Gegend die Reformation - verlor das Kloster Pfannstiel an Bedeutung. Im Jahre 1543 wurde Bernhard Rein Pfarrer im Kloster Pfannstiel mit der seelsorglichen Betreuung von Laimbach und Edelsberg betraut.

Bernhard Rein verließ 1548 Pfannstiel als evangelischer Pfarrer. Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken ließ Pfannstiel noch vor 1550 abreißen.

1544 überweisen Christoph von Hattstein und Dietrich vom Hohenstein, an der Lahn und Weil begüterte Adelige, der Witwe Elisabeth von Werdorf, geb. von Rudickheim, den Zehnten aus Laimbach. 6 Jahre später 1550 belehnt das Kloster Worms den Christoph von Hattstein und Dietrich von Hohenstein mit den Gütern des verstorbenen Philipp von Werdorf in Laimbach.

Schon 1556 verkauft die Witwe Elisabeth von Werdorf geb. von Rudickheim mit Erlaubnis ihres Bruders und ihres Vetters, ihren Anteil am Zehnten aus Laimbach,an den Grafen Philipp III. von Nassau - Saarbrücken.

1565 verleiht Graf Albrecht von Nassau - Saarbrücken zu Weilburg das vor langen Jahren dem Jacob Gan verliehene Bergwerk zu Laimbach, seinem bisherigen Mitinhaber Eberhart zum goldenen Helm in Frankfurt.

1656 belehnt Graf Friedrich von Nassau - Weilburg den Hans Hofmann aus Schleusingen in der Grafschaft Henneberg mit seiner Erzgrube in Laimbach. 1701 verkauft Levin von Niestadt seinem Keller (Verwalter) Leonhard Wilhelm Groß seine Besitzungen in Laimbach, die er von Ludwig Friedrich von Wachenheim gekauft hatte. Darunter die sogenannte runkelsche Gülte.

Lange friedliche Zeiten hat es auch für Laimbach nie gegeben, denn der Adel und auch die Kirche trugen untereinander ihre Kleinkriege aus. Besonders schlimm war es in der Zeit des Interregnums (Herrscherlose Zeit) von 1254 - 1273. In diesen Jahren galt das Faustrecht. All diese Kleinkriege gingen auf die Kosten der Bauern, sie waren und blieben durch Jahrhunderte die Leidtragenden. Die Adeligen (Vasallen) hatten es fertiggebracht, ihre Lehen (Güter), die sie für treue Heeresgefolgschaft vom Kaiser oder König als Ersatz für Bargeld für ihren Lebensunterhalt erhaltenhatten, in ihren erblichen Besitz zu bringen. Es war einer der Gründe die Reichsmacht zu schwächen. Als Ausgleich stützte sich die Reichsmacht auf die Kirche (Klerus). Von Konrad I. ist überliefert, daß "Eine Macht, die keine Vererbung vom Vater auf den Sohn kannte und so immer etwas in Abhängigkeit vom Kaiser oder König blieb."

Die Kirche war in diesen unruhigen Zeiten auch darauf bedacht, ihre Macht auszudehnen. Um aber die Kirche als treue Gefolgsmänner zu halten, gab der jeweilige Herrscher ein Reichsgut nach dem anderen ab und schwächte damit seine eigene Macht noch mehr. Die Folge war der dauernde Einfall fremder Völker in das damalige Deutschland.

Wie die Geschichte unserer engen Heimat erzählt, hatten die Stifte und Klöster großen Besitz erworben. Sie ließen diesen Besitz durch die Vögte verwalten. Das waren adelige Herren, die dem Klerus dienten. Auch sie hatten verstanden, ihre Zeit zu nutzen. Sie brachten ihre Vogteien unter Ausnutzung der politischen Verhältnisse in ihren erblichen Besitz.

Für die Bauern hatte sich die Lage nicht geändert. Der ehemals freie Bauer war im Laufe der Jahre in vollständige Abhängigkeit vom Adel oder der Kirche geraten. Sie fronten weiter mit Hingabe ihrer Lebenskraft auf Klostergütern, Gutshöfen, Bergwerken und Eisenhütten.

Bergwerken und Eisenhütten waren gerade in unserer engen Heimat stark vertreten. Es waren schon um 1300 Erzgruben in Laimbach in Betrieb. Somit ist auch anzunehmen, daß die Erze an Ort und Stelle verhüttet wurden. Für die Bauern war es ein Nebenerwerb, man nannte sie Eisenbauern. Bauern, die die Höfe der Adeligen oder Kirche bewirtschafteten waren Hörige, d.h. sie konnten nur bewegliches Eigentum erwerben. Haus und Landsitz zu haben war ihnen verboten. Beim Verkauf oder Verpfänden wurden Hörige mit übergeben. Durch eine größere Summe Geldes konnten Hörige sich freikaufen. Wirklich frei waren aber erst die Enkel (3. Generation).

In der ganzen Umgebung Laimbachs wurde bis zum 30-jährigen Krieg Weinbau betrieben. So ist anzunehmen, daß es in Laimbach selbst ebenso war (Flurname "Im Wingert").

Lange Friedensperioden hat es nie gegeben. 1599 drangen die Spanier vom Niederrhein-Bergischen-Land-Westerwald bis in unser Gebiet ein. Sie wurden durch heimische Truppen vertrieben.

In den Jahren 1532 - 1551, 1573 und 1597 forderte die Cholera viele Menschenopfer. Um 1606 - 1607 trat in unserem Gebiet eine Seuche auf, die in wenigen Tagen viele Menschen hinwegraffte. Wahrscheinlich war es die Influenza (Grippe). Die Ursache dieser heimtückischen Krankheit waren wohl die schlechten Wohn- und Wasserverhältnisse. 1612 schlug die Cholera nochmals zu, ging aber diesmal schnell vorüber.

Der 30-jährige Krieg von 1618 - 1648 brachte für alle viel Not und Elend. Wie weit Laimbach davon betroffen wurde, ist nicht bekannt. Laimbach, in unmittelbarer Nähe einer Heeresstraße gelegen, wird möglicherweise nicht verschont geblieben sein. Die plündernden Soldaten haben nicht ein einziges Dorf verschont. Laimbachs Einwohner werden sich, wie andernorts auch, in den weiten Wäldern der Umgebung häuslich eingerichtet haben. So weisen die Kirchenbücher für das Jahr 1630 nur fünf Hausgesäße aus.

Der Anfang des Krieges fiel in die Regierungszeit des Grafen Ludwig II. von Nassau - Saarbrücken. Im ersten Aufgebot wurden vom Landesherren alle männlichen Bewohner vom 16. bis zum 40. Lebensjahr eingezogen. Sie wurden außer Landes geschickt und alle älteren männlichen Bewohner wurden zur Heimatverteidigung eingesetzt. Nassau hatte besonders schwer unter den Kriegsfolgen zu leiden. Ob kaiserliche, schwedische oderhessische Truppen oder wie die Völker alle hießen, sie raubten, plünderten und drangsalierten die Bewohner. Große Summen Geld wurden immer erpreßt. 10 Jahre lang, von 1621 - 1631 war das Schloß Braunfels Zwingburg der Spanier für die Wetterau und das Lahntal. In Begleitung dieser Kriegsfurie war das Jahr 1624 wieder ein Pestjahr, das Leid und Sterbennahm kein Ende, ganze Dörfer wurden entvölkert. 1632 wälzten sich barbarische Horden durch den Taunus, das Lahntal und den Westerwald, zurück blieb Elend und Not. Im Jahr 1634 nahm der Krieg im heimischen Raum an Grausamkeit und Brutalität zu. Weilburg wurde dreimal geplündert, den umliegenden Dörfern ging es nicht besser. Das heimische Land wurdevor allem in den Jahren 1635 - 1636 von einer weiteren großen Pestseuche heimgesucht.

Am 30. September 1634 standen die Spanier wieder in Weilburg und den umliegenden Dörfern. Zwar nicht sehr lange, denn im Januar 1635 waren die kaiserlichen Truppen wieder im Besitz dieser Gebiete. Es war ein ewiges Hin und Her. Eine Niederschrift aus dem Jahre 1649 sagt aus, daß in der Nassau -Weilburgischen Herrschaft "Kaum der dritte Theil an Unterthanen im Land und im Leben sind". Die ganze Gegend war eine Wüstenei.

Ab 1640 belagerten schwedische und hessische Truppen den Taunus und das Lahngebiet. 1645 waren es weimarische und französische Truppen, die diese Gebiete auf schamlose Weise ausplünderten. Rein nichts blieb den Bewohnern. Kein Geld, kein Hausrat, alles wurde zerstört oder verschleppt. Was niet und nagelfest war, wurde verbrannt. Es war eineTeufelsbrut, die man auf die Menschheit losgelassen hatte. Ab 1647 wurde unser Gebiet nicht mehr von fremden Truppen durchzogen, am 28. Oktober 1648 wurde in Soest (Westfalen) der lang ersehnte Frieden unterzeichnet.

In Weilburg gab es in den Jahren 1658 bis 1660 ein Hexengericht. Dieses Gericht hatte 28 Angeklagte zum Tode verurteilt.

Ab 1660 kam Aufschwung in unsere Gegend. Aus aller Herrn Länder kamen Köhler, Holzhauer, Dielschneider und Pinschnitzer. Sie arbeiteten hauptsächlich für die Weilmünsterer Hüttenherren, welche das Verkaufsrecht auf alles verkaufte Holz hatten.

Zu jener Zeit hatte Laimbach keinen eigenen Friedhof. So wurde am 20.April 1675 ein Bürger aus Laimbach in Essershausen beerdigt (daher der Name: Duurepädche).

In den Jahren 1685 bis 1688 ließ Graf Johann Ernst den Wild- und Tiergartenbei Hirschhausen anlegen.

1738 fielen Zigeunerscharen in den heutigen Oberlahnkreis ein. Sie plünderten ganze Dörfer aus, wurden aber durch ein Jäger-Corps unschädlich gemacht. 1768 hatte sich eine Räuberbande in der Nähe Möttaus festgesetzt. Auch sie wurden durch Grenadiere und Landmiliz unter Führung des Weilburger Amtsmanns festgenommen.

Außer kleinen örtlichen Auseinandersetzungen, die aber unser Gebiet kaum berührten, kam eine lange Periode der Ruhe, bis der 7-jährige Krieg von 1756 -1763 ausbrach. Wieder war alles in Aufruhr und Bewegung. Die Franzosen nutzten den Krieg zwischen Preußen und Österreich auf ihre Weise aus. Sie besetzten unser Gebiet und nahmen alles, was sie auffanden und für ihren Unterhalt benötigten.

Im Jahr 1771 hatten wir in Laimbach einen nassen Sommer, auf den der strenge Winter 1771/72 folgte. In den Ämtern Weilburg, Weilmünster und Merenberg brach eine große Hungersnot aus, eine weitere in den Jahren 1784 und 1785. Diese Not wäre nicht so in Erscheinung getreten, hätten die benachbarten Grafen - und Fürstentümer kein Ausfuhrverbot für Getreide erlassen. Die Folge davon war, daß viele junge Landsleute nach Amerika auswanderten.

1792 durchzog die Revolutionsarmee der Franzosen auf einem Raubzug wieder durch unser Land. Im Februar 1795 lag ein französisches Regiment unter Peter Joseph Bohmme in Laimbach im Winterquartier.

Ende des Jahres 1800 starben in Folge einer Pockenepedemie in Laimbach einige Personen, darunter der Sohn und die Tochter des Bürgermeisters Hardt, der im Januar 1801 verstarb. 1801 plünderten französische Revolutionsarmeen nochmals die Gebiete des Taunus, Lahntals und Westerwaldes.

Seit ungefähr 1750 hatte Laimbach eine eigene Schule. Im Jahre 1780 konnte Bürgermeister Hardt in Laimbach 18 Grundbesitzer (Hofraithen) in seinem Kataster vermerken. Aus dem Jahre 1784 wird berichtet, daß 4 Empfänger 21 Gulden und 44 Kreutzer mit 423 Pfund Brot als Armenunterstützung erhielten. Das Lagerbuch der Gemarkung Laimbachvon 1799 weist 984 Parzellen Hof, Gärten, Feld, Wiesen und 11 Parzellen Wald aus. Im gleichen Jahr erzählt uns die Pfarrchronik, daß Laimbach 1200 Gulden Schulden hatte.

Der französische Kaiser Napoleon war im Begriff  Europa zu erobern. Im Herbst 1808 rückte Napoleon in Spanien ein. Nassau, als Mitglied des Rheinbundes, mußte Truppen stellen. Das II. Regiment des Obersten Krusewurde nach Spanien geschickt. 1809 das I. Regiment unter dem  Obersten Meder. 1810 eine Schwadron Reiter und 1813 wurde eine weitere Schwadron Jägernach Spanien in Marsch gesetzt. Alles junge Leute in den zwanziger Jahren .Die Soldaten, die alles überstanden und ihre Heimat wiedersahen, wurden hoch geehrt. Man nannte sie die "Spanier". Die Nassauer waren die besten Truppen Napoleons. Den unglücklichen Feldzug nach Rußland brauchten unsere Landsleute nicht mitzumachen. Der Rückmarsch der geschlagenen Armee durch unser Gebiet mit den nachfolgenden russischen und preußischenTruppen, führte zu Plünderungen in unserem Raum.

Ab 1806 gehörte Laimbach zum Herzogtum Nassau, dessen Gründung in zwei Vorgängen unterschiedlichen politischen Charakters erfolgte: der Entstehung als souveräner Rheinbundstaat unter dem Protektorat Napoleons 1806 und der Bestätigung des Herzogtums als Glied des Deutschen Bundes 1815 (Wiener Kongreß).

Unter dem Fürsten Friedrich Wilhelm wurden 1808 viele Neuerungen und Verbesserungen eingeführt. Am 1. Januar 1808 wurde in Nassau die Leibeigenschaft aufgehoben, die Grundherrenrechte wurden abgelöst. Die Fesselung an die Scholle, soweit sie noch abgabenpflichtig bestand, wurde 1810 endgültig aufgehoben, damit hatten auch die Bauern volle Freizügigkeit erlangt. Die Ablösung des Zehnten folgte ab 1840.

Am 1. Januar 1812 wurde das Steuerwesen einheitlich für Nassau organisiert. Es wurden noch weitere Erlasse gegeben. Für die damaligen Zeiten war Nassau wohl einer der modernsten Staaten in Europa.

1816 wurde das Herzogtum Weilburg neu organisiert. Weilburg wurde Sitz eines von 28 Ämtern des Herzogtums. Laimbach wurde dem Amt Weilburg zugeordnet.

Ortstafel

Noch heute ist an der Volkshalle und am Haus ehemals Tögel dieses Amtsschild angebracht

Das in Weilburg am 24. März 1817 von Herzog Wilhelm unterzeichnete Schuledikt (Schulgesetz) schuf die nassauische Simultanschule.

1817 zählte zum Vermögen der Gemeinde Laimbach an Gebäuden : das Schäferhaus, ein Hirtenhaus mit Schule, ein Backhaus und ein Leiterhaus. Das Laimbacher Kataster von 1822 bis 1850 weist für die Gebäudesteuer 25 Besitzer aus. Im Jahre 1862 wird ein gußeisener Brunnen erwähnt, der heute noch in der Dorfmitte steht.

Das Jahr 1848 machte der Bevormundung der Gemeinden ein Ende. Das Gesetz über Verfassung und Verwaltung bestimmte: Die Gemeinden haben unter Staatsaufsicht das Recht der Besorgung ihrer Angelegenheiten, insbesonderedie Verwaltung des Vermögens und der Ortspolizei. Die Verwaltung besorgte der Gemeinderat, bestehend aus dem Bürgermeister, Schreiber und den Gemeinderäten (u.a. dem Rechner). Der Bürgermeister wurde zunächst vom herzoglichen Amt, meist auf Lebenszeit, ernannt und seit 1854 für sechs Jahre gewählt.

Am 14. Juni 1866 sprach sich das Herzogtum Nassau in der entscheidenden Sitzungdes Bundestages in Frankfurt am Main für die Mobilmachung gegen Preußen aus und erklärte Preußen defacto den Krieg. Nachdem die preußische Armee am 3. Juli 1866 bei Königgrätz gesiegt und den Krieg damit praktisch entschieden hatte, marschierten die preußischen Truppen am 18. Juli in Wiesbaden ein. Ihnen folgte am 30. Juli der preußische Landrat von Diest, der als preußischer Zivilkommissar an die Spitzeder herzoglichen Verwaltung trat. Laimbach wurde in den neu entstandenen Oberlahnkreis mit der Kreisstadt Weilburg eingegliedert.

Am 8. Juni 1885 trat die Kreis- und Provinzialordnung für die Provinz Hessen-Nassau in Kraft. Die neue Kreisordnung hob die Ämter auf. Nachdem ab dem Jahre 1876 neue Münzen, Maße und Gewichte sowie das Dezimalsystem eingeführt wurden, hießen im Amt Weilburg die Zahlungsmittel Mark und Pfennig und das metrische Maß war die neue Längeneinheit.

Eine Volkszählung am 1. Dezember 1871 weist für Laimbach mit Zählkarte, 35 Familien / 180 Einwohner / 33 Wohnhäuser / 37 Haushalte mit den Kopfzahlen männlich 87 und weiblich 98 aus.

Eine Viehzählung am 10. Januar 1883 berichtet über Laimbach von 35 Häusern mit 38 Haushalten und 263 Tieren. Am 23. April 1900 hielt Bürgermeister Philipp Friedrich Kolb fest, daß ein Wolkenbruch Felder und Wiesen verwüstete. Besonders betroffen waren die Felder in Richtung Essershausen, ein Blitz schlug in die Scheune von Heinrich Bernhardt ein, die bis auf die Grundmauern niederbrannte. Der entstandene Schaden beträgt ungefähr 2500 Mark.

1901 wurde Bürgermeister Friedrich Ludwig Kolb gewählt, der bis 1928 amtierte. Der 1. Weltkrieg (1914 - 1918) ging an Laimbach nicht spurlos vorbei, 5 Laimbacher Männer sind gefallen. Die Weimarer Republik brachte mit der Währungsreform 1923 auch einige Laimbacher um ihr Vermögen. Am 1. Januar 1933 zählte Laimbach 44 Haushalte mit 145 Stück Großvieh und 160 Stück Kleinvieh.

Im März 1933 fanden die letzten freien Bürgermeisterwahlen statt. Bürgermeister wurde Julius Stroh. Nach der Absetzung von Julius Stroh im April 1933 hatte von 1933 bis 1945 der Ortsgruppenleiter Lehrer Albert Kolb aus Bermbach das Sagen. Im Mai 1945 wurden von den Amerikanern Julius Stroh, Adolf Mehl und Hermann Oberding als Kommissare eingesetzt. Mit dem großen Flüchtlingsstrom aus dem Osten kamen auch viele Männer und Frauen nach Laimbach, die zum großen Teil in Laimbach eine zweite Heimat gefunden haben.

Das Gesicht des Dorfes hat sich nach dem Kriege nach und nach verändert. Es entstanden neue Häuser, alte wurden renoviert oder verschwanden, viele Kleinbauern gaben ihre Landwirtschaft auf und fanden Arbeit in den umliegenden Gemeinden und Städten. Ein Dorfgemeinschaftshaus und eine Friedhofshalle entstanden, die Dorfschule wurde aufgelöst, Straßen und Versorgungsleitungen wurden erneuert, eine neues Baugebiet erschlossen.

Laimbach schloß sich mit dem Beschluß der Gemeindevertretung vom 10. November 1970 zum 1. Januar 1971 der Großgemeinde Weilmünster an.

Im Rahmen der Gebietsreform von 1974 wurden die Kreise Limburg und Oberlahn zum Kreis Limburg-Weilburg mit der Kreisstadt Limburg zusammengeführt.

Heute zählt Laimbach etwas mehr als 257 (2011) Einwohner mit ca. 100 Haushaltungen.